Leider haben wir die Abstimmung verloren.
Es ist uns — allen auf der NEIN-Seite stehenden Gruppierungen insgesamt — nicht gelungen, den Wahlberechtigten klarzumachen, was alles auf dem Spiel steht. Dieser Umstand ist vor allem aus der Wahlbeteiligung ersichtlich, die gerade mal 37,7 Prozent betrug.
Von 9.362.326 Wahlberechtigten stimmten 1.375.948 mit „Nein“. Ihnen stehen allerdings 2.149.010 Befürworter des totalen Rauchverbots, also „Ja“-Stimmen gegenüber.
Dass sich gerade mal 1,38 Millionen aufgerufen fühlten, sich gegen eine radikale Verschärfung der Rauchverbote zur Wehr zu setzen, ist in der Tat enttäuschend.
Vielen wird jetzt erst klar, was der Ausgang dieses Volksentscheids bedeutet, vielen wird es erst ab 1. August klar werden, wenn das somit „vom Volk abgesegnete“ Gesetz in Kraft tritt — wie auch immer: All diese haben wir alle zusammen nicht „erreicht“, unabhängig davon, mit wieviel oder wie wenig Geld die betreffende NEIN-Gruppe ausgestattet war.
Für manche Menschen bedeutet der Ausgang der Abstimmung den direkten Weg in den Ruin. Das wird von der Gegenseite gern bestritten, aber die Betroffenen wissen es besser. Denn sie haben bereits einschlägige Erfahrungen gemacht, sich 2008 gerade noch mit der Gründung von Raucherclubs retten können, was nun ebenfalls verboten ist.
„Guten Morgen, damit sind wir nun im Verbotsstaat angekommen“, sagte Herr Bergmüller von „Bayern sagt Nein“ am Montag ganz richtig. Und mit Recht verwies er auch darauf, dass die Aufklärungsarbeit, die zu einem anderen Ergebnis hätte führen können, eigentlich die Aufgabe der bayerischen Staatsregierung gewesen wäre.
Die hauptsächlich Leidtragenden an der ganzen Sache, die Wirte, über deren Existenz nun „das Volk“ entschieden hat, sind der Verzweiflung nahe und äußern sich zum Teil auch entsprechend. „Schlechte Verlierer“ werden sie dafür von der triumphierenden Gegenseite tituliert, die mit Häme nicht spart. Nach Auffassung der Gewinner sollten sie sich also brav in ihr Schicksal fügen, dass ihnen die Entscheidungsfreiheit aberkannt wurde, und klaglos in die Pleite gehen — oder auf die Wunder warten, die ihnen versprochen wurden.
Und wie geht es nun weiter?
Die Verbotsbefürworter starten bereits durch und wollen nun, wie zu erwarten war, ganz Deutschland unter ihre Fittiche bekommen. Ihre Chancen stehen nicht schlecht, schließlich haben sie auch anderswo fast die gesamte Medienlandschaft hinter sich. Das parteiische Verhalten der Massenmedien ist einer der beklagenswertesten Punkte bei diesem merkwürdigen Marsch in die Entmündigung ganzer Bevölkerungsgruppen.
Es wird auch in anderen Bundesländern Volksbegehren geben — man darf gespannt sein, ob dort der Entwicklung in Bayern genügend Aufmerksamkeit geschenkt wurde, oder ob man dort denkt, das sei ja alles nur eine regionale Angelegenheit.
Bayern jedenfalls ist gefallen.
Wir sind uns sicher, dass auch hier schon bald weitere Verbote gefordert werden.
Unser aufrichtiger Dank gilt all denen, die mit ihrem „Nein“ das zu verhindern versuchten, was nun kommt.
